Sonntag, 11. Dezember 2011

Radfahren im Winter

Das Fahrrad entwickelt sich immer mehr zum Fortbewegungsmittel für das ganze Jahr. Viele Radfahrer sind auch bei Regen, Kälte und Schnee unterwegs. Um sicher durch das Jahr zu kommen, ist es nützlich, einige Tipps zu beherzigen:

1. Helm tragen

Auch im Winter sollte ein Helm getragen werden. Es gibt spezielle Helmunterziehmützen, über die ein Helm getragen werden kann. Auch die Kombihelme für verschiedene Sportarten sind aufgrund ihrer wärmenden Fütterung besonders im Winter sehr angenehm.

2. Fahrweise anpassen

Bedenken Sie, dass Straßen und Wege im Winter rutschig sein können und dann der Bremsweg länger ist. Das gilt für Fahrräder genauso wie für motorisierte Fahrzeuge!
Bei Straßenglätte besser nur die Hinterbremse verwenden und in der Kurve weder treten noch bremsen!

3. Sehen und gesehen werden

Gerade im Winter, wenn die Sichtverhältnisse schlecht sind, ist eine ausreichende Beleuchtung des Fahrrads unabdingbar! Ein Nabendynamo ist für feuchte Witterungsverhältnissen besser geeignet als ein Seitenläufer-Dynamo, da er nicht durchrutschen kann! Nur sehr wenige Seitenläufer sind auch schneetauglich: z.B: Busch&Müller-Dynamos oder der AXA HR Traction. Als Rücklicht empfiehlt sich ein Standlicht, das nachleuchtet, wenn man bei einer Kreuzung steht.
Um gesehen zu werden, sollten Sie zusätzlich zur funktionierenden Lichtanlage auf reflektierendes Material achten: die vorgeschriebenen Rückstrahler vorne, hinten, 2 Speichenreflektoren je Radreifen und an den Pedalen, Arm- oder Beinbänder, Aufkleber, Weste ...

4. Reifen

Im Idealfall verwendet man Spikereifen, die besser sortieren Fachgeschäften in den häufiger verwendeten Reifendimensionen erhältlich sind. Damit fährt es sich sehr sicher, der Rollwiderstand ist nur geringfügig höher als bei normalen Reifen. Stürze wegen glatter Fahrbahn gehören dann der Vergangenheit an. Meist genügt es, einen Spikereifen am Vorderrad zu montieren, weil das Wegrutschen des Vorderrads die häufigste Sturzursache ist. Aber auch normale Reifen mit gutem Profil bringen im Vergleich zu glatten Straßenreifen eine deutliche Verbesserung.

5. Sattel niederer stellen

Um mit beiden Beinen den Boden sicher erreichen zu können, empfiehlt es sich gerade in den Wintermonaten, den Sattel etwas niederer zu stellen.

6. Bremszüge einfetten

Gut gewartete, funktionierende Bremsen sind Voraussetzung für wirkungsvolle Bremsmanöver! Überprüfen Sie daher Ihre Bremszüge regelmäßig! Dringt in zu wenig gefettete Bremsschläuche Wasser ein, gefriert es vornehmlich über Nacht, und die Bremse lässt sich nicht mehr betätigen.

7. Schaltung und Kette schmieren:

Reinigen und schmieren Sie Ihre Kette regelmäßig, um sie vor Salz zu schützen. Kettenspray ist dafür weniger geeignet, weil es sehr schnell wieder abgewaschen wird. Schmieren Sie auch Ihre Schaltung und berücksichtigen Sie, dass bei Kälte speziell in den ersten Kilometern die Kette beim Umspringen Probleme machen kann. Besser: Bei schlecht gewarteter Schaltung kann die Kette unexakt umspringen, und damit der Gang nicht richtig „sitzen“.

8. geringerer Reifendruck

Durch etwas weniger Luft im Reifen als im Sommer lässt sich der Kontakt mit der Straße erhöhen. Der Reifendruck sollte an der unteren Grenze des an der Reifenflanke angegeben Drucks sein.

9. Freier Blick

Achtung bei Kapuzen und Mützen! Der Seitenblick muss unbedingt frei bleiben. Autofahrer rechnen im Winter oft nicht mit RadfahrerInnen!

10. Fahrradschloss einsprayen

Das Fahrradschloss kann man mit Teflonspray (notfalls auch mit etwas Nähmaschinenöl) einsprühen, um ein Einfrieren zu vermeiden.

11. Kleidung

Solange man in Bewegung ist, einerseits so warm anziehen, dass kein Körperteil durch den Fahrtwind zu stark abgekühlt wird, und andererseits nicht zu warm, damit Schwitzen vermieden wird. Das heißt z.B.: Schuhe und Handschuhe dürfen ruhig dick sein, Pullover, Fleecejacke und Wintermantel sind aber meist zu viel.

Noch eine wichtige Information für alle:

Die Benützungspflicht von Radwegen für Radfahrer ist dann aufgehoben, wenn die Benützung nicht zumutbar ist (mangelhafte Schneeräumung, total vereist, nicht gestreut, etc.). Radfahrer dürfen dann auf Hauptfahrbahnen ausweichen!

Generell gilt für alle Verkehrsteilnehmer:

Achten Sie auf Blickkontakt, halten Sie genügend Sicherheitsabstand (Rutschgefahr!) und fahren Sie situationsangepasst eventuell langsamer (längerer Bremsweg!) – verhalten Sie sich rücksichtsvoll!