Sonntag, 29. Januar 2012

Anforderungen an eine gute Radabstellanlage

Das Fahrrad ist das schnellste, günstigste, umweltfreundlichste und gesündeste Verkehrsmittel um kurze Distanzen zurückzulegen. Um Fahrradverkehr zu fördern, braucht es sichere, direkte, komfortable Radverbindungen UND gute Fahrradabstellangebote.

Anforderungen an Fahrradabstellanlagen (Checkliste)
-    Sicheres und stabiles Abstellen des Fahrrads:
Das Fahrrad muss auch bei Wind oder anderen Belastungen sicher und gut in der Halterung stehen. Es dürfen keine Beschädigungen am Fahrrad verursacht werden. Räder mit unterschiedlichen Konstruktionen und Größen müssen mit dem Abstellsystem kompatibel sein.
-    Diebstahlschutz:
Der Fahrradrahmen muss fix mit dem Abstellsystem verbunden werden können, damit nicht das Vorderrad zurückbleibt und der Rest gestohlen ist.
-    Komfortables Abstellen:
Die Abstellplätze müssen ohne Beschädigung anderer Fahrräder – komfortabel nutzbar sein. Der Zufahrtsweg und die Fahrgassenbreite (Wegbreiten innerhalb der Anlage) müssen entsprechend großzügig gestaltet werden.
-    Verkehrssicherheit:
Es muss gewährleistet sein, dass die abgestellten Fahrräder weder den Fußgängerverkehr noch den motorisierten Verkehr behindern.
-    Direkte Erreichbarkeit der Anlage:
Die Abstellanlage muss ohne Umwege und ohne Absteigen direkt erreichbar sein und sollte möglichst nahe an den Zielen liegen.
-    Witterungsschutz:
Gerade bei längerem Abstellen sind überdachte Abstellanlagen zu bevorzugen.
-    Sicherheitsgefühl:
Die Abstellanlage soll gut ausgeleuchtet und an einem einsichtigen, öffentlichen Ort sein.
-    Optische Anforderungen:
Die Fahrradanlage sollte an das Gesamterscheinungsbild der Anlage / des Ortes angepasst sein oder einen bewussten Kontrapunkt bieten.

Abstellsysteme
In den letzten Jahren wurden zahlreiche neue Systeme zum Abstellen des Fahrrades entwickelt. Je nach Einsatzgebiet, Zielgruppe der RadfahrerInnen und Budget sollte die Wahl des für diese Situation optimalen Systems getroffen werden.

- Kombinierter Vorderrad- und Rahmenhalter:
Sie sind eine Weiterentwicklung des klassischen Rahmenhalters (Bügel) mit dem wichtigen Unterschied, dass sie das Fahrrad fest halten und seine Position somit fixiert ist. Durch die abwechselnde Hoch- und Tiefeinstellung kann der Achsabstand wesentlich verringert werden. Sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis, verschiedene Anbieter auch in Österreich.
- Lenkerhalter:
Ein Lenkerhalter ist ein Metallarm zum Einhängen des Lenkers. Zumeist sind es Mehrfachständer aus Stahl. Die Flexibilität des Systems ist durch das einfache Verstellen der Halter gegeben und die Kapazität kann als sehr hoch eingestuft werden. In Kombination mit einem Sicherungskabel ist auch der Diebstahlschutz in höchstem Maße gegeben.
Nachteil: Das Fahrrad muss auf die Halterung hinaufgehoben werden.
- PedalParc:
PedalParc erlaubt müheloses Abstellen des Fahrrads mit einer Hand. Auch für die Diebstahlsicherung ist gesorgt. Nachteile: für kleinere (Kinder-) Fahrräder nur bedingt einsetzbar, Verletzungsgefahr durch kantige, hervorragende Teile.
- Überdachungen:
Radabstellanlagen für längeres Abstellen sollten nach Möglichkeit immer überdacht ausgeführt werden.
- Doppelstock-Fahrradparker:
Im Vergleich zu anderen Systemen müssen sie regelmäßig gewartet werden, was verhältnismäßig hohe laufende Kosten verursacht. Nur mit Überdachung sinnvoll.
- Fahrradbox:
Eine Fahrradbox ist eine Art „Fahrradschließfach“. Das Fahrrad kann darin wettergeschützt und weitgehend diebstahlsicher untergebracht werden. Die Anzahl ist zumeist genau auf den Bedarf abgestimmt wird, da eine Fahrradbox sehr teuer ist.
- Bügel:
Die gerne eingesetzten Bügel oder Rahmenhalter können nur einen Teil der Forderungen an eine gute Radabstellanlage erfüllen. Zwar gewährleisten sie es, den Rahmen fix an dem Bügel abzusperren, jedoch ist ein stabiles Abstellen des Fahrrads nicht möglich. Bei hoher Nachfrage wird der Ständer von wesentlich mehr Fahrrädern verwendet als er geplant war, sodass dadurch kein gesichertes Ausparken des Fahrrades mehr möglich ist.
- Felgenhalter (Vorderradhalter):
auch unter dem Namen „Felgenkiller“ bekannt, gewährleisten sie im Grunde keine einzige Anforderung an eine geeignete Fahrradabstellanlage: das Fahrrad wird weder stabil gehalten, noch ist ein Absperren des Rahmens möglich, noch sind die Abstände für ein bequemen Einstellen des Rades geeignet. Von der Verwendung dieser Systeme kann nur dringend abgeraten werden.

Wenn Sie noch mehr Informationen, insbesondere zu Abmessungen, Bezugsquellen und dgl. benötigen, kontaktieren Sie uns bitte.