Donnerstag, 7. März 2013

12 gute Gründe für das Radfahren in der Maria-Theresien-Straße


ARGUS Radlobby Tirol hat eine Liste von 12 guten Gründen erstellt, warum Radfahren in der Maria-Theresien-Straße weiterhin erlaubt sein soll.
Diese Liste wurde gleichzeitig mit dem Offenen Brief an alle Mitglieder des Innsbrucker Gemeinde- und Stadtrats versendet.


12 gute Gründe für Radfahren in der Maria-Theresien-Straße 

   1.   wichtige Radachse
das gültige Verkehrskonzept sieht die Maria-Theresien-Straße als eine wichtige Radachse (Netzerweiterung) vor. Es gibt keine attraktive Alternative für RF. Dies gilt umso mehr, wenn die Meranerstraße gesperrt ist.

   2.  vorhandene, gesetzliche Möglichkeiten ausschöpfen
in einer FuZo haben FußgängerInnen absolut Vorrang. Die meisten Radfahrenden verhalten sich diszipliniert und angemessen. Teilweises Fehlverhalten einzelner RF kann und soll schon jetzt aufgrund der StVO geahndet werden. Eine Präsenz der Polizei wäre ebenfalls bei einem Fahrverbot notwendig. Denn lt. Polizei kann das Fahrverbot nur mit aufwendigem, zeitintensivem Polizeieinsatz durchgesetzt werden.

   3.   Kollektives Verbot nicht angemessen
Nicht korrektes Verhalten von wenigen Radfahrenden in der FuZo darf nicht zum Verbot des Radfahrens für alle führen. 75% aller KFZ LenkerInnen halten sich nicht an die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h in 30-er Zonen und gefährden durch ihre verlängerten Bremswege alle anderen VerkehrsTN. Analog müsste das Autofahren für alle in jeder 30-er Zone verboten werden.

   4.   Radfahren fördern nicht behindern!
Die Stadt Innsbruck will das Radfahren fördern – Ein Radfahrverbot ist keine Förderung des umweltfreundlichen Verkehrs. Gerade die feinstaub-belastete Stadt Innsbruck muss Zeichen FÜR und nicht gegen Radfahren setzen.

   5.   RadfahrerInnen sind KundInnen
Alle Radfahrenden, die in die Fußgängerzone M-Th-Str einfahren, um ihr Rad dort abzustellen, sind KundInnen der M-Th-Str. Wird das Radfahren verboten, verliert die Maria-Theresien-Straße an Attraktivität für RF und damit wertvolle KäuferInnen und KonsumentInnen.

   6.   Analyse zuerst
Die Maria-Theresien-Straße wurde von Anfang an als eine Fußgängerzone MIT Radfahren ausgeschrieben und geplant. Wenn es nun zu Konflikten in der FuZo kommt, muss zuerst eine fundierte Ursachenanalyse erfolgen.
„Alles wird gut“ hieß das Siegerprojekt, nun soll dies evaluiert werden.
  • Was funktioniert nicht? Wo treten Konflikte auf?
  • Sind die vorgesehenen Fahrgassen sinnvoll? Wenn ja, sind sie gut ersichtlich?
  • Sind die Gastgärten zu großzügig angelegt?
  • Wie kann das Geschwindigkeitsniveau der RF gesenkt werden?FG und RF sind die umweltfreundlichsten VerkehrsteilnehmerInnen. 
  • Wie kann das miteinander dieser Gruppen gefördert werden?
    7.   Lösungen suchen
Nach einer sachlichen Analyse sollen Lösungen für die bestehenden Konfliktzonen erarbeitet, probiert und evaluiert werden. Viele verschiedene Lösungsansätze sind denk- und machbar (bewusstseinsbildende Maßnahmen, PR-Aktionen, eindeutige Bereiche nur für FG, Anpassung der Gastgärten, ...).
Ein Fahrverbot ist immer die stärkste Maßnahme und soll daher erst das letzte Mittel sein, nachdem alle anderen Maßnahmen ausgeschöpft wurden (vgl Aufhebung des sektoralen Fahrverbots – EUGH Urteil)

   8.   Keine Lösungen außerhalb der FuZo-zeit
Auch außerhalb der FuZo-zeit (bis 10:30 Uhr) gibt es zahlreiche Konflikte, weil sich FG nicht StVO konform verhalten – diese Konflikte werden durch das Fahrverbot nicht gelöst, sondern noch verschärft werden.

   9.   Kein einziger Unfall mit RF-beteiligung
Es ist kein einziger, gemeldeter Unfall mit RF Beteiligung passiert. Konflikte dürfen nicht schöngeredet werden, aber Gefahren, die nicht bestehen, dürfen auch nicht herbeigeredet werden.

   10.   Das Fahrrad ist ein Fahrzeug
Das Schieben des Fahrrads ist eine Barriere des umweltfreundlichen Verkehrsmittels.
Die Frage darf nicht sein, ob es denn dem RF nicht zumutbar ist, das Rad zu schieben, sondern ob es denn sinnvoll ist. Im Sinne einer klima- und umweltfreundlichen Verkehrsplanung ist jede Maßnahme zur Behinderung des Radfahrens nicht sinnvoll und nicht zielführend.

   11.   Radfahren in der FuZo ist im Trend
In praktisch allen Landeshauptstädten und mehreren Bezirksstädten Österreichs gibt es Fußgängerzonen, in denen Radfahren erlaubt ist. RadfahrerInnen auszuschließen war einmal, jetzt versucht moderne Verkehrsplanung den RadfahrerInnen Wege zu öffnen, statt sie zu behindern.

   12.   Die InnsbruckerInnen fahren mit dem Rad!
Innsbruck ist die Radhauptstadt Österreichs, weil in Innsbruck so viele Menschen, wie in keiner anderen Landeshauptstadt mit dem Rad fahren.
Die Stadt regiert daher am Willen der Bevölkerung vorbei, wenn sie das Radfahren nicht fördert:
o 23% der Wege werden in Innsbruck mit dem Rad zurückgelegt
o 60% der Bevölkerung sind mit dem Radwegenetz unzufrieden
o 60% sind für das Abstellen der Räder in der M-Th-Str
Das radfahrfeindliche Muster im Gemeinderat beim Umgang mit Problemen und RF muss durchbrochen werden! Die Innsbrucker RadfahrerInnen wollen das Gefühl haben, dass die Politik sie unterstützt und nicht behindert.

Verwendete Abkürzungen: FG = FußgängerInnen, RF = RadfahrerInnen, TN=TeilnehmerInnen,
M-Th-Str=Maria-Theresien-Straße, FuZo = Fußgängerzone